Apostelbesuch mit Goldener Hochzeit

Als der Gemeindevorsteher, Priester Gerdes, das Erleben vom Sonntag, dem 27. August als einen Meilenstein bezeichnete, sprach er sicherlich allen, die dieses Erleben teilen durften, aus der Seele. Lange hatten sich alle, insbesondere auch das Goldhochzeitspaar, auf den Besuch ihres Apostels Dirk Schulz aus Hamburg gefreut, hatten viel vorbereitet, hatten viel geübt und viel gebetet. Der Sonntag zeigte sich dann – schon wettermäßig – von seiner besten Seite, und der Apostel konnte ein glückliches Goldhochzeitspaar begrüßen.

Apostel Schulz diente im Gottesdienst mit dem Wort aus Markus 5, 41+42:  „… und ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihm: Talita kum! - das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher; es war aber zwölf Jahre alt. Und sie entsetzten sich sogleich über die Maßen.“
Bezugnehmend auf das Eingangslied des Chores: „Uns ist ein lieblich Los gefallen“ stärkte er den Zuhörern das Bewusstsein, in der Gnade und Güte Gottes, in seiner Hilfe und Bewahrung eines solchen lieblichen Loses teilhaftig zu sein.  So, wie der Synagogenvorsteher Jairus in seiner großen Not zu Jesus kam und seine Hilfe erleben durfte, so dürfen auch wir alle mit unseren vielen, oft existenziellen Fragen und Problemen zu IHM kommen. Er hilft, wenn auch die Hilfe oft anders aussieht, als erhofft, oder zu einem anderen Zeitunkt, als erbeten, erfolgt.

Die Segenshandlung zur Goldenen Hochzeit der Geschwister Gisela und Wolfgang Junge wurde eingeleitet durch Enkelin Lina. Auf dem Klavier begleitet von ihrem Vater sang sie die Geschichte von den „Spuren im Sand“, eine Geschichte die im Leben ihrer Großeltern wesentliche Bedeutung hatte:  
„Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens. Besorgt fragte ich meinen Herrn: „Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?“ Da antwortete er: (und hier setzte mächtig der Chor ein) „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur siehst, da habe ich dich getragen.“
Sichtlich berührt ging der Apostel auf diesen Vortrag ein und würdigte in warmen, bewegenden Worten den gemeinsamen Lebensweg des Goldpaares. Dabei dankte er auch in besonderem Maße für das kirchliche Engagement der Beiden, deren Tür immer für alle offen war und deren besondere Sorge und Fürsorge der Jugend galt. Die Hälfte der gemeinsamen Ehezeit, 25 Jahre, war Wolfgang Junge Vorsteher der Gemeinde Varel. Zum Segen gab Apostel Schulz den Beiden noch zwei Bibelworte mit auf den Weg:
Jes 40,31:  „ …die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft…“ und
1.Korinther 13,13:  „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
Der Gemeindevorsteher übergab den Beiden eine ganze Kiste voll von Glückwünschen aus der Gemeinde und verabschiedete sie gleichzeitig mit ein wenig Wehmut, da sie ihren Wohnsitz inzwischen in Wilhelmshaven haben.
Für eine besondere Überraschung sorgte noch das Ständchen eines Chores aus ehemaligen Jugendlichen, die die Beiden in der Jugendarbeit erlebt hatten.

Zum Schluss bereitete der Apostel der Gemeinde noch eine besondere Freude, indem er den Priester Christian Heeren, der aus gesundheitlichen Gründen beurlaubt war, - zunächst als Diakon – wieder ins Amt setzte.

Die anschließende Verabschiedung und Glückwunsch-Kur und Feier wollte kein Ende nehmen, und nach allen Sorgen und auch Anstrengungen dieses Tages zeigte sich ein glückliches Goldhochzeitspaar mit ihrer Familie und ihrer Gemeinde.